Spiele, was du hörst
„Spiele, was du hörst.“
Ein Satz, den fast jede Musikerin und jeder Musiker irgendwann zu hören bekommt. Und gleichzeitig einer der frustrierendsten Ratschläge überhaupt.
Denn eigentlich hast du ja alles gemacht:
Du hast über lange Zeit Skalen geübt – Dur, Moll, Kirchentonleitern.
Du hast Arpeggien gelernt, Transkriptionen erstellt und analysiert.
Du hast Voicings geübt, stundenlang Bach-Inventionen gespielt, dich auf Sessions gequält.
Fingertechnik trainiert, mit Playalongs soliert, Theorie gebüffelt, Gehörbildung gemacht.
Und trotzdem klappt es nicht so, wie du es dir wünschst.
Nach deinen Solos fühlst du dich unzufrieden.
Auf Aufnahmen klingst du nicht gut – selbst dann, wenn andere sagen, dass es toll war.
Du verlierst dich beim Spielen, weißt plötzlich nicht mehr, wo die Band gerade ist.
Der Rhythmus ist schwer zu halten.
Und gleichzeitig hast du dieses starke Gefühl:
Eigentlich kann ich mehr. Da sind gute Ideen in mir – aber ich komme nicht an sie heran.
Was „spiele, was du hörst“ wirklich bedeutet
„Spiele, was du hörst“ heißt nicht, dass du alles perfekt innerlich hören können musst, bevor du spielst.
Es bedeutet auch nicht, dass du nie falsche Töne spielen darfst.
Es bedeutet etwas viel Grundlegenderes:
Du stehst hinter jeder einzelnen Note, die du spielst.
Spiele nur das, was du selbst gut findest – nicht das, was „richtig“ sein sollte.
Treffe in jedem Moment eine bewusste Entscheidung, wo es musikalisch hingehen soll.
Du lässt dich auf den Moment ein.
Höre zu – dir selbst, der Band, dem Raum.
Suche nicht nach der perfekten Lösung, sondern nach der richtigen Entscheidung für genau diesen Augenblick.
Und wenn etwas nicht so läuft, wie du es dir vorgestellt hast?
Dann bist du nur eine Entscheidung davon entfernt, wieder zurückzufinden.

Kontrolle loslassen, Verantwortung übernehmen
Paradoxerweise entsteht Freiheit im Improvisieren nicht durch mehr Kontrolle, sondern durch Verantwortung.
Du übernimmst Verantwortung für jede Note – und gibst gleichzeitig den Zwang auf, alles absichern zu müssen.
„Spiele, was du hörst“ heißt:
- nicht mehr zu raten,
- nicht mehr zu flüchten,
- nicht mehr hinter Konzepten zu verstecken.
Sondern präsent zu sein.
Jetzt.
Mit genau dem, was du gerade hörst und fühlst.
Und genau dort beginnen die Ideen, von denen du spürst, dass sie schon lange in dir stecken.
Hast du Lust in diesen unglaublichen Prozess einzusteigen?
Dann buche dir heute noch dein kostenfreies Kennenlerngespräch mit mir. Ich habe immer mal wieder freie Plätze im 1:1 Coaching und freue mich, dich kennen zu lernen.
Buche hier dein Kennenlerngespräch

Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.